Mobilitätsverhalten


Mobilitätsverhalten

Die Analyse des Mobilitätsverhaltens verschiedener Personengruppen in unterschiedlichen räumlichen und verkehrlichen Kontexten ist die Basis für die Gestaltung von Verkehrsangeboten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen und lokalen Besonderheiten zugeschnitten sind. Wir arbeiten im urbanen und ländlichen Raum, zu unterschiedlichen Personengruppen mit Schwerpunkten auf Kindern und Jugendlichen, Personen mit eingeschränkter Mobilität und Frauen, zu Nutzern unterschiedlicher Verkehrsmittel mit Schwerpunkt auf aktiven Mobilitätsformen (zu Fuß gehen und Rad fahren), zur Integration innovativer Verkehrsangebote wie z.B. Leihsysteme und Elektrofahrzeugen.

Laufende Projekte:

Shared autonomy - Potentiale für den Einsatz gemeinschaftlich genutzter autonomer Fahrzeuge im ländlichen Raum

Das Projekt bereitet den ersten Einsatz autonomer Fahrzeuge im bedarfsorientierten öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum vor. In einer quantitativen und qualitativen Analyse und basierend auf empirischen Daten werden die dabei zu erwartenden Wirkungen in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht spezifiziert. Die qualitative Untersuchung europäischer Pilotprojekte mit autonomen Fahrzeugen im urbanen Kontext stellt die NutzerInnenperspektive in den Vordergrund und ermöglicht neben dem Wissenstransfer über den aktuellen Stand der Forschung Rückschlüsse auf die Erfolgsbedingungen für eine gemeinschaftliche Nutzung autonomer Fahrzeuge. Rechtliche und technologische Voraussetzungen für den speziellen und neuartigen Anwendungsfall werden identifiziert und Empfehlungen zur Schaffung der nötigen bzw. förderlicher Rahmenbedingungen erarbeitet.

REFRESH - Klimawandel: Chancen und Herausforderungen für agglomerationsnahe Tourismusdestinationen (REFRESH)

Infolge der Klimaerwärmung ist mit Veränderungen im Tourismus in vielfältiger Hinsicht zu rechnen: zunehmende Hitzetage und abnehmende Schneesicherheit sind nur zwei Beispiele dafür. Sowohl die Urlaubsdestinationen sind von den klimawandelbedingten Auswirkungen betroffen, als auch die Quellgebiete, allen voran urbane Räume. Erste Studien zeigen, dass die Zunahme an Hitzetagen und Tropennächten zu mehr Kurzurlauben und Ausflügen von hitzegeplagten Stadtbewohnern und Stadtbewohnerinnen in die kühleren agglomerationsnahen Regionen führen. Die agglomerationsnahen Bergregionen der östlichen Ausläufer der Alpen sind selbst von strukturellen Veränderungsprozessen, ausgelöst u.a. durch den Klimawandel, betroffen. Schneearme Winter, Wegfall von Förderungen, sich verändernde touristische Nachfrage usw. stellen diese Bergregionen vor die Herausforderung der Umorientierung. Als potentielle Zielgebiete einer steigenden Nachfrage im Sommer durch StadtbewohnerInnen eröffnen sich ihnen neue Wege der touristischen Wertschöpfung und Positionierung. Es gilt, diese aus dem Blickwinkel von Klimawandelanpassung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu betrachten.

Das Projekt REFRESH widmet sich der Frage nach dem potentiellen Reise- und Urlaubsverhalten hitzegeplagter StädterInnen, ihren wahrgenommenen Handlungsoptionen sowie die Einstellungen und Werten, die hinter ihren touristischen Handlungen liegen. Das zentrale Ziel ist es, dass intendierte Verhalten abzubilden, Entwicklungsrichtungen zu identifizieren und darauf aufbauend in einem partizipativen Prozess praxisnahe und zukunftsfähige Strategien für agglomerationsnahe Bergregionen zu erarbeiten. Im Konkreten werden gemeinsam mit Vertretern und Vertreterinnen zweier Berggebiete sowie aus dem übergeordneten Tourismussektor Strategien für nachhaltige touristische Profile entwickelt, die neben der Anpassung der touristischen Ausrichtung an klimawandelbedingte und strukturelle Veränderungen auch Klimaschutzaspekte integrieren. Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes ist neben der lokalen Angebotsstruktur das Thema der An- und Abreise von Gästen sowie die Mobilität in der Tourismusregion ein wichtiger Aspekt. Die Berücksichtigung der Mobilität bei der Entwicklung touristischer Angebotsstrukturen ist auch vor dem Hintergrund des sinkenden Motorisierungsgrades der städtischen Bevölkerung relevant.

Was geht ab? - Mobilität als Schlüssel zur transdisziplinären Bewusstseinsbildung von Kindern und Jugendlichen (Was geht ab?)

Das Projekt „Was geht ab?“ untersucht die Gestaltung des Verkehrssystems im urbanen Schulumfeld aus der Perspektive der umweltfreundlichen, aktiven und sicheren Mobilität. Darin sind multimethodische Aktivitäten und Kampagnen für diese nachhaltige Mobilität aller SchülerInnen, Elternteile und des Lehrkörpers integriert (Entwicklung einer schulspezifischen Mobilitätsstrategie). Den SchülerInnen werden die eigenen individuellen Bedürfnisse sowie die von mobilitätsbeeinträchtigen Personengruppen im Sinne einer inklusiven Mobilität in Form von Experimenten vermittelt. Dadurch lernen SchülerInnen das Thema „Mobilität“ breit und fächerübergreifend im Kontext von Umwelt, Gesundheit und Technik zu begreifen. Ein zentrales Ergebnis dabei ist eine digitale, interaktive Karte „Was geht ab?“, um raumbezogene Themen sowie Informationen zu visualisieren. Link zur externen Homepage: www.was-geht-ab.at

PASTA - Physical Activity through sustainable transport approaches

Ziel des Projekts PASTA – eingereicht im Rahmen des FP7 HEALTH Calls der Europäischen Union – ist die systematische Evaluierung und Förderung aktiver Mobilität wie zu Fuß gehen und Radfahren (auch in Verbindung mit der Nutzung des Öffentlichen Verkehrs) unter dem Gesundheitsaspekt, körperliche Aktivität im täglichen Leben jedes einzelnen Individuums zu initiieren und zu integrieren. Unter dieser Prämisse werden in sieben europäischen Teststädten Maßnahmen und Initiativen zur Förderung aktiver Mobilität untersucht und unter Entwicklung eines anwenderfreundlichen Bewertungsinstrument (HIA-Tool „Health Impact Assessment“) im Hinblick auf gesundheitliche und wirtschaftliche Auswirkungen evaluiert.
ExpertInnen und ForscherInnen aus den Bereichen Gesundheit, Mobilität und Nachhaltigkeit (WHO, POLIS network, mehrere Universitäten etc.) aus acht europäischen Ländern sind am Projekt beteiligt, bei dem auch Partner aus der Politik, von Behörden und regierungsunabhängigen Organisationen hinzugezogen werden, um gemeinsam die positiven Aspekte aktiver Mobilität anhand einer fundierten Evaluierung zu erarbeiten.

ULTIMO - Identifizierung von multimodalen Lebensstilen mit innovativen Erhebungstechnologien

Der Wandel in der Mobilitätskultur macht es immer wichtiger, multimodale Verkehrsangebote hinsicht-lich ihrer Effizienz zu beurteilen, doch dazu fehlen bislang zwei Voraussetzungen: Daten zum Langzeit-Mobilitätsverhalten über mind. eine Woche sowie ein Verfahren zur Multimodalitätsanalyse in diesen Daten. Nun findet erstmals in Österreich eine solche Langzeiterhebung im Rahmen eines FWF-Projektes statt. ULTIMO möchte die Gelegenheit nutzen, um diese Voraussetzungen herzustellen: (i) ein Verfahren zur automatisierten Erkennung der Wegezwecke aus GPS-Trajektorien, um automatisierte und belastungsfreie Langzeiterhebungen des Mobilitätsverhaltens zu ermöglichen; sowie (ii) ein Verfahren zur Analyse der Wechselwirkungen zwischen multimodalen Verkehrsangeboten und deren Nachfrage.